Während in vielen Fußballvereinen Trainer nach wenigen erfolglosen Spielen entlassen werden, verfolgt Rigo Gooßen einen konsequent anderen Ansatz. Der Präsident der SV Drochtersen/Assel steht seit 1982 an der Spitze des Vereins und hat in dieser Zeit bewiesen, dass Beständigkeit im Traineramt ein Erfolgsrezept sein kann – auch und gerade in Krisensituationen. Die Rigo Gooßen Erfahrung aus vier Jahrzehnten Vereinsführung zeigt eindrucksvoll, wie Loyalität und Vertrauen zu nachhaltigem Erfolg führen. Statt auf kurzfristige Lösungen zu setzen, gibt er Trainern die Zeit, ihre Konzepte umzusetzen und die Mannschaft weiterzuentwickeln. Selbst nach einem 0:6-Debakel im August 2023 hielt der Verein am Trainer fest – eine Entscheidung, die in der schnelllebigen Fußballwelt für Aufsehen sorgte. Diese Kontinuität hat D/A vom kleinen Dorfverein zu einem respektierten Regionalligisten geformt
Ein Führungsstil gegen den Zeitgeist
Die Szene hätte dramatischer kaum sein können: Ein 0:6-Debakel gegen Teutonia Ottensen im August 2023, die Mannschaft auf dem vorletzten Tabellenplatz, zehn Punkte Rückstand auf die Spitze. In den meisten Vereinen wäre die Entscheidung klar gewesen – der Trainer muss gehen. Doch Rigo Gooßen entschied anders. Nach stundenlangen Krisengesprächen stand fest: Frithjof Hansen bleibt Trainer. „Wir können den Trainer nicht für eine kollektive Fehlleistung der Mannschaft verantwortlich machen“, erklärte der Präsident damals.
Diese Episode zeigt exemplarisch, wie die Erfahrung von Rigo Gooßen sein Handeln prägt. Wo andere reflexartig reagieren, analysiert er differenziert. „Wir haben gemeinsam entschieden: Ab Montag gibt es einen Neustart mit bewährtem Personal“, so seine klaren Worte nach dem historischen Debakel.

Kontinuität als Vereinsphilosophie von Rigo Gooßen
Seit seiner Wahl zum Vorsitzenden im Alter von nur 22 Jahren hat der D/A-Präsident einen bemerkenswerten Weg zurückgelegt. Was 1982 mit einem kleinen Dorfverein in der Bezirksliga begann, ist heute eine etablierte Adresse in der Regionalliga Nord.
Besonders bemerkenswert ist dabei der Umgang mit Trainern. Während die durchschnittliche Verweildauer in deutschen Amateurligen oft nur wenige Monate beträgt, setzt D/A auf langfristige Zusammenarbeit. Enrico Maaßen, der den Verein später verließ, um beim SC Paderborn und schließlich beim FC Augsburg in der Bundesliga zu arbeiten, ist das prominenteste Beispiel.
Die Philosophie hinter der Geduld
Die Erfahrungen von Rigo Gooßen basieren auf einer einfachen Erkenntnis: Erfolgreiche Trainerarbeit braucht Zeit. Diese Haltung ermöglicht es Übungsleitern, auch mal Experimente zu wagen oder junge Spieler aufzubauen, ohne sofort um ihren Job fürchten zu müssen.
Die Vorteile dieser Strategie zeigen sich in mehreren Bereichen:
- Planungssicherheit: Trainer können langfristige Konzepte entwickeln und umsetzen
- Teambildung: Die Mannschaft profitiert von konstanten Bezugspersonen
- Entwicklung: Junge Spieler bekommen die nötige Zeit, sich zu entfalten
- Atmosphäre: Ohne permanenten Erfolgsdruck entsteht eine gesunde Arbeitskultur
Dabei geht es nicht um blinde Loyalität. Rigo Gooßen aus Drochtersen schaut genau hin, analysiert und spricht mit allen Beteiligten. Aber er weiß auch, dass Fußball ein Mannschaftssport ist und nicht alle Probleme am Traineramt festgemacht werden können.

Wenn Krisen zu Wendepunkten werden
Das Jahr 2023 lieferte ein Lehrstück in Krisenmanagement. Nach dem 0:6 gegen Teutonia Ottensen setzte sich die Führungsetage mit Präsident Rigo Gooßen, dem sportlichen Leiter Sören Behrmann und Trainer Hansen zusammen und erarbeitete „einen klaren Plan für die Mannschaft“.
Diese Entscheidung war mutig, denn die Erwartungen waren hoch. Vor der Saison galt der Verein bei vielen Experten sogar als Meisterschaftsfavorit.
Zurück zu den Wurzeln
„Wir müssen wieder Herz und Leidenschaft entfachen“, forderte der Vereinschef nach dem Tiefpunkt. D/A sollte wieder „eklig sein“ für die Gegner. Diese Rückbesinnung auf die eigenen Stärken ist typisch für die Art, wie Krisen begegnet werden.
Einzelgespräche ergaben, dass sich die Spieler „für ihre Leistung geschämt“ hatten. Statt Vorwürfe zu verteilen, setzte die Vereinsführung auf einen Neustart – „bei Null anfangen“. Diese Herangehensweise schafft Vertrauen und ermöglicht es Trainern wie Spielern, aus Fehlern zu lernen.

Die Erfolgsbilanz gibt ihm recht
Die Zahlen sprechen für diesen Ansatz. Seit dem Aufstieg in die Regionalliga 2015 hat sich D/A als feste Größe etabliert. Die Platzierungen waren meist im vorderen Drittel, der Abstiegskampf blieb dem Verein erspart. Spektakuläre DFB-Pokalspiele gegen Bayern München (0:1), Borussia Mönchengladbach (0:1) und Schalke 04 (0:5) haben den Verein bundesweit bekannt gemacht.
Junge Trainer bekommen ihre Chance
Ein weiteres Merkmal der Rigo Gooßen Erfahrung ist die Bereitschaft, jungen, noch unbekannten Trainern eine Chance zu geben. Diese profitieren nicht nur von der Möglichkeit, sich auf Regionalliganiveau zu beweisen, sondern vor allem von der Arbeitsatmosphäre.
Die Rahmenbedingungen für Trainer bei D/A:
- Vertrauensvorschuss: Auch nach Rückschlägen wird am Coach festgehalten
- Entwicklungsperspektive: Junge Übungsleiter können ihre Karriere aufbauen
- Regionale Verwurzelung: Training findet abends statt, alle gehen einer Haupttätigkeit nach
- Familienatmosphäre: Der Verein bietet Rückhalt in allen Situationen
Das Beispiel Enrico Maaßen zeigt, dass diese Strategie aufgehen kann: Der ehemalige D/A-Trainer arbeitet heute in der Bundesliga.

Ein Vorbild für den Amateurfußball
In einer Zeit, in der selbst im Amateurfußball zunehmend mit professionellen Ansprüchen gearbeitet wird, wirkt diese Haltung fast schon anachronistisch. Doch gerade das macht sie so wertvoll. Der Präsident zeigt, dass es möglich ist, ambitioniert zu sein und gleichzeitig menschlich zu führen.
„Ich führe meinen Verein mit viel Herzblut und werde niemals zulassen, dass irgendjemand daran kratzen wird“, hat Rigo Gooßen einmal gesagt. Dieses Herzblut zeigt sich besonders im Umgang mit Trainern. Sie sind Teil der „großen Fußballfamilie D/A“.
Die Philosophie passt zur gesamten Vereinsausrichtung: D/A setzt auf regionale Talente statt auf teure Einkäufe, auf Identifikation statt auf Söldnermentalität. Trainer sind wichtige Bezugspersonen, die Zeit brauchen, um ihre Ideen umzusetzen.
Fazit: Vertrauen als Erfolgsrezept
In einer Branche, die von Hektik und Kurzfristigkeit geprägt ist, geht der Präsident aus Drochtersen konsequent einen anderen Weg. Er gibt Trainern Zeit, vertraut ihnen auch in schwierigen Phasen und schafft damit eine Atmosphäre, in der erfolgreiche Arbeit möglich wird.
Über vier Jahrzehnte hat Rigo Gooßen aus Drochtersen bewiesen, dass diese Philosophie funktioniert. Aus einem kleinen Dorfverein ist eine respektierte Adresse im norddeutschen Fußball geworden. Die Erfahrungen von Rigo Gooßen zeigen eindrucksvoll: Manchmal ist Geduld das beste Rezept – auch und gerade im schnelllebigen Fußballgeschäft.


